Engagement

Weihnachtsspende 2017 - die nächste Phase des Hilfsprojekts beginnt!

Als wir vor zwei Jahren das erste Mal das Dorf Cham Cham in den Bergen von Meghalay, Assam, besuchten, waren wir betroffen von der Armut und den harten Bedingungen, unter denen die Bewohner dieser Region zu leiden hatten. Die Erträge auf den wenig fruchtbaren Böden reichen den meisten Familien so gerade, um alle hungrigen Mäuler satt zu bekommen – vorausgesetzt, sie haben überhaupt eigenes Land, das sie bebauen können. Dabei auch noch auf eine gesunde Ernährung zu achten, scheitert wenn nicht schon am Mangel, so doch daran, dass nur wenig Wissen über eine ausgewogene Zusammenstellung der Nahrung, besonders bezüglich der Bedürfnisse von Kindern im Wachstum, vorhanden ist. Die wenigen frischen Zutaten müssen die meisten auf dem Markt kaufen – und das dafür notwendige Geld ist knapp.

Seit 2016 fördern wir deswegen ein Projekt, das von den Salesianern des Don Bosco Ordens in Shillong initiiert wurde, und sich zum Ziel gesetzt hat, die Mangel- und Fehlernährung vor allem der Kinder in Cham Cham nachhaltig zu verbessern. Hierbei wurde weniger auf umfangreichen Einsatz von Geld und Ressourcen gesetzt als vielmehr auf die Vermittlung von Wissen über Nahrungszusammenstellung, Anbau und Aufbereitung von eigenem Gemüse und Obst in sogenannten kitchen gardens, also eigenen Gemüsegärten auf kleinstem Raum. Ganz nebenbei sollte so die Abhängigkeit der ausgewählten Haushalte von den Einkünften aus dem illegalen Kohleabbau verringert werden, bei dem auch heute noch vor allem Kinderarbeit eingesetzt wird.

Im November waren wir wieder vor Ort in Cham Cham, um die Ergebnisse des ersten Projektjahres zu begutachten und die nächsten Schritte zu besprechen – und wir waren beeindruckt! Bereits ein Jahr nach Projektstart war der Fortschritt sowohl in den 25 ausgewählten Haushalten insgesamt als auch der einzelner Kinder ganz erstaunlich (3 Beispiele siehe unten). Die Haushalte hatten sich wöchentlich in 3 famer groups getroffen, sich gegenseitig geholten und dort zum Fortschritt mit den eigenen Gärten ausgetauscht. Außerdem wurden dort die besonders schwer betroffenen Kinder regelmäßig untersucht und ggf. medikamentös behandelt.

Etwas Saatgut, Pflanzsäcke für die Haushalte ohne eigenen Grund, Plastikplanen für Regensammler und Styroporbehälter als „Regenwurm“-Kisten – mit diesen einfachen und günstigen Materialien ist es dem Projektteam gelungen, die Ernährungssituation der armen Familien in Cham Cham grundlegend zu verbessern. Nun wird das Pilotprojekt auf zwei umliegende Dörfer erweitert und dabei gleich noch ein paar Dinge optimiert: so hat sich gezeigt, dass größere Regensammler nötig sind und größere Anbauflächen sinnvoll wären. Außerdem sollen die Flächen zukünftig durch Zäune und Netze besser gegen Vogel- und Wildfraß geschützt werden.

 

Beispiel 1: Monki Phawa’s Lebensgarten

Monki Phawa ist alleinstehende Mutter von 5 Kindern. Eines davon ist Buhlang, der deutliche Zeichen von Fehlernährung zeigt, wie Magenentzündung, Appetitmangel, Gleichgewichtsstörungen und Erschöpfung, er spielte quasi nie mit den anderen Kindern. Monki besitzt kein Land, das sie für die Kultivierung von Gemüse nutzen konnte. Die normale Ernährung bestand aus Reis, Trockenfisch und an besonderen Tagen auch mal Kartoffeln oder Fleisch

Zu Beginn des Pilotprojekts bekam Buhlang besondere Aufbaunahrung, um seine Gesundheit möglichst schnell zu stabilisieren. Nachdem sie kein eigenes Land besitzt, halfen ihr die Projektmitarbeiter, eine seit langem verlassene Baustelle direkt neben der ärmlichen Hütte der Phawas mit Pflanzsäcken zu einem kleinen Garten umzufunkionieren.

Monki war skeptisch, aber der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: in der nächsten Wachstumsperiode erntete sie rund 30 Kilo selbst angebautes Gemüse, vor allem Kohl, Bohnen und Gewürze. Besonders für ihre Kinder ist dies eine gesunde und willkommene Ergänzung zu Reis und Trockenfisch.

 

Heute leitet sie eine der drei Gruppe, in denen sich die Frauen aus Cham Cham alle zwei Wochen treffen. Hier werden Erfahrungen ausgetauscht, man hilft sich untereinander und die Projektmitarbeiter vermitteln den meist analphabetischen Frauen wichtige Kenntnisse zur gesunden und vor allem ausgewogenen Ernährung.

Heute hat sich Buhlang vollständig erholt und spielt mit den anderen Kinder aus dem Dorf.

„Ich hatte große Probleme, meiner Familie ausreichend zu ernähren. Alles musste ich auf dem Markt im nächsten Dorf kaufen. Außerdem wusste ich garnicht genau, wie wichtig Gemüse und Obst für die Entwicklung meiner Kinder sind. Durch das Projekt habe ich nun gesundes Gemüse direkt vor der Türe!“

 

Beispiel 2: Ein gesundes Kind – ohne teure Behandlung!

Tympass Phawa ist ein 9-jähriges Kind mit starken Anzeichen von Fehlernährung: für sein Alter und einem BMI von 14,37 deutlich unterentwickelt, mit Ausschlag, Haarausfall und Augenentzündung. Tympass war so schwach, dass er selbst relative leichte Gegenstände wie z.B. seinen Teller nicht alleine halten konnte, und natürlich konnte er auch nicht mit seinen Freunden spielen.

Tympass Eltern gehören zu den Ärmsten in Cham Cham, sein Vater findet nur selten Arbeit als Tagelöhner im illegalen Kohleabbau. Bevor sie an dem Pilotprojekt teilnahmen, waren Mutter und Vater ratlos und verstanden nicht, was mit ihrem Sohn passierte.

Durch die Zusatzernährung sowie die Ernte aus dem eigenen kleinen „Küchengarten“ erholte sich Tympass zusehends, wie auch der Doktor bei der Regeluntersuchung nach einem halben Jahr feststellen konnte und ihn für gesund erklärte. Befragt zu dem Fortschritt ihres Sohnes, leuchten die Augen der Mutter, Chimi Phawa, und sie berichtet aufgeregt und den Trähnen nahe, dass ihr Sohn heute so viel stärker geworden ist, einen angeregten Appetit zeigt, mit seinen Freundenspielt und den Eltern bei kleineren Arbeiten helfen kann. Und auch zur Schule kann er jetzt wieder gehen, was ihm viel Spaß macht.

Chimi ist dankbar, durch die Teilnahme am Pilotprojekt immer besser zu verstehen, was für die Ernährung ihres Sohn und natürlich auch alle anderen Familienmitglieder wichtig ist. Ohne Zweifel wird sie weiterhin ihren kleinen Garten pflegen und ausbauen und an den Gruppentreffen mit den anderen Frauen teilnehmen.

 

Beispiel 3: Sie fällt nicht mehr einfach um!“

Trebashisha Dkhar ist die 3 jährige Tochter von Still Dkhar aus dem Dorf Chamcham, East Jaintia Hills District, Meghalaya. Seit ihrem 2. Lebensjahr zeigt sie Anzeichen von Mangelernährung, wie Gelenkschmerzen, Pergamenthaut, Appetitlosigkeit sowie häufigen Gleichgewichtsstörungen, die zu unvermittelten Stürzen führten. Dies beunruhigte die Eltern auch deshalb, weil sie sich keine Ausgaben für teure Arztbesuche oder Medikamente leisten können. Durch das Verbot des illegalen Kohleabbaus verschlimmerte sich die wirtschaftliche Lage des Haushalts nochmal zusätzlich, so dass nicht immer genug zum Essen für die Familienmitglieder verfügbar war.

Seit der Teilnahme am Hilfsprogramm zur Verbesserung der Ernährungssituation hat sich die gesundheitliche Lage der Stils deutlich verbessert. Ihre Mutter brachte Trebashisha im September 2016 zu den ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen. Es wurde festgestellt, dass Trebashisha zur Gruppe der schwer unterernährten Kinder gehörte. sie bekam deswegen in der ersten Zeit Zusatzlebensmittel.

Während der Untersuchung im Juni 2017 konnte der Arzt einen deutlichen Fortschritt in bei Trebashisha erkennen und stoppte daher die Einnahme von Medikamenten. Seit dem Start des Projekts hat ihre Mutter keines der regelmäßigen Treffen versäumt, ihr Mann und sie sind überglücklich, dass sich der Zustand von Trebashisha so schnell verbessert hat.





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Nutrition_Progress_report_sept_16-July_17.pdf - 2 MB